Geschichte des Harkortsees

Luftaufnahme des Harkortsees

Zwischen dem Ruhrviadukt der Volmetalbahn bei Herdecke, dem Stauwehr bei Wetter und den Hängen des Ardeygebirges liegt der Harkortsee, einer der sechs Stauseen der Ruhr. 1931 wurde er aufgestaut, um das Ruhrwasser mittels biologischer Selbstreinigungsprozesse zu klären, unter anderem weil der Nebenfluss Volme der Ruhr Schadstoffe zutrug. Betrachtet man Karten der Region, auf denen die Kreisgrenze zwischen Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis eingezeichnet ist, kann man noch auf den früheren Verlauf der Ruhr schließen. Bevor der See aufgestaut wurde, markierte sie die Kreisgrenze.

Am Ostufer begrenzt den See mit dem Ruhrviadukt ein beeindruckendes Bauwerk, das älter ist als der See selbst. Seit 1879 fahren die Eisenbahnen über seine zwölf Bögen aus Sandstein. Im zweiten Weltkrieg beschädigt, sowohl durch eine Flutwelle, die die alliierte Bombardierung der Möhnetalsperre ausgelöst hatte, als zu Kriegsende durch Sprengungen der Wehrmacht, wurde der Viadukt nach 1945 wiederhergestellt. Er führt noch heute stündlich den öffentlichen Nahverkehr zwischen Hagen und Herdecke über die Ruhr. Ein weiteres historisches Gebäude am See ist das nur noch in Teilen erhaltene alte Cuno-Kraftwerk, weithin sichtbar durch seinen hohen Schornstein.

Die Reinigung des Wassers im Harkortsee beruht auf dem Absetzen von Sedimenten, wodurch der See stetig verschlammt. 1999 betrug seine Wassertiefe dadurch teilweise nur noch weniger als einen halben Meter, so dass er in den Folgejahren ausgebaggert werden musste. Diese Arbeiten am See wurden genutzt, um ihn auch ökologisch aufzuwerten. Dabei wurde ein Laichgewässer für Hechte angelegt sowie eine Inselkette, die Wasservögeln als Rückzugsgebiet dient. 2004 folgte entsprechend den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ein Fischaufstieg.

Neben der Feinreinigung des Ruhrwassers dient der Harkortsee auch als Ausgleichsbecken für den flussaufwärts gelegenen Hengsteysee. Dabei unterliegt er sozusagen einem menschengemachten Tidenhub. Denn das am Hengsteysee betriebene Kraftwerk, das Wasser auf eine Anhöhe pumpt, hat auch auf den Wasserspiegel des Harkortsees Einfluss. Täglich schwankt er um etwa 50 cm. Im Tagesverlauf wird jedoch immer soviel Wasser aus dem See wieder abgelassen, wie in ihn hineinströmt.

Nicht zuletzt dient der Harkortsee wie die anderen Ruhrstauseen heute der Naherholung. Segler und Ruderer sind hier zu finden, am Südufer liegen ein Yachthafen und ein Campingplatz. Am Nordufer dagegen erstrecken sich Wanderwege. Von der hier gelegenen Ruine der Burg Wetter bietet sich ein guter Ausblick über den See.

Geschichte des Hengsteysees

 

Luftaufnahme des Hengsteysees.

Der Hengsteysee ist ein Stausee der Ruhr, der zwischen Herdecke, Dortmund und Hagen liegt. Er erstreckt sich über eine Länge von 4,2 Kilometern von der Syburger Brücke unterhalb der Mündung der Lenne in die Ruhr bis zum Stauwehr des Laufwasserkraftwerks Hengstey.

Die Geschichte des Hengsteysees beginnt mit dem Ruhrreinhaltungsgesetz von 1913. Da das Wasser der Ruhr unter anderem als Trinkwasser für die Menschen in der Region benötigt wurde, bestimmte es die Abwasserklärung des Flusses. Auf dieser Grundlage wurde in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Hengsteysee angelegt. Er sollte insbesondere das zuströmende Wasser der an dieser Stelle in die Ruhr mündenden Lenne säubern. Da die Lenne aufgrund der regionalen Industrie zur damaligen Zeit stark säure- und eisenhaltig war, wirkte der See durch Vermischung mit dem alkalihaltigen Ruhrwasser und Schlammausfällung reinigend.

Als 1926 die Bauarbeiten für den See begannen, wurde auch eine Straßenbrücke angelegt. Bevor sie fertiggestellt war, stürzte sie allerdings bereits wieder ein und musste aufs Neue errichtet werden. Reste einer weiteren Brücke kann man heute noch auf einer Insel im See sehen. Der dort gelegene „Mäuseturm“ war Teil einer Fußgängerbrücke über den Fluss, bevor an dieser Stelle der See aufgestaut wurde. Im See verschwunden ist mit seiner Flutung im Jahr 1929 dagegen die Ruine des Schlosses Niedernhofen der Herren von Ovelacker.

Ein weiterer Zweck der Errichtung des Hengsteysees war neben der Wasserreinigung auch die Energieerzeugung. Außer dem bereits erwähnten älteren Laufwasserkraftwerk, wurde daher an seinem Nordufer auch ein Pumpspeicherkraftwerk gebaut. 1930, als es fertiggestellt wurde, war es eines der beiden ersten Kraftwerke seines Typs in Deutschland, wurde jedoch 1989 durch ein neueres Werk ersetzt. Das Pumpspeicherkraftwerk macht sich auch heute noch den Höhenunterschied zwischen dem See und dem Hang an seinem Ufer – der See grenzt an das Ardeygebirge – zunutze. Oben auf dem Hang besitzt das Kraftwerk ein künstliches Wasserbecken, in das nachts Seewasser hochgepumpt wird. Zu Zeiten hohen Energiebedarfs kann es wieder abgelassen und in Strom umgewandelt werden. Die Gewährleistung der Energiesicherheit zu Spitzenzeitenhat für den See zufolge, dass sein Wasserspiegel um etwa 70 cm schwanken kann. Für die Seeökologie bedeutet dies, dass das Brutverhalten der Seevögel beeinflusst und der Uferbewuchs reduziert wird – ein Nutzerkonflikt, wie er an Seen und Flüssen nicht selten besteht.

Heute dient der Hengsteysee vielen Zwecken: Neben der Feinreinigung des Ruhrwassers und der Energieerzeugung gewährleistet sein Stauwehr auch den Hochwasserschutz. Zudem wirkt er als sogenannter Geschiebefang, das heißt er lagert den von der Lenne in die Ruhr gespülten Flusschotter ab. Ende der 1980er Jahre musste der Hengsteysee deshalb ausgebaggert werden. Überwiegend kommt der Hengsteysee inzwischen allerdings der Freizeitnutzung zugute. Am Ufer entlang führt ein Rad- und Wanderweg, es gibt einen Bootsverleih und ein Rundfahrtschiff. Über dem See liegt als beliebtes Ausflugsziel die Hohensyburg.

Wasserassel

Die Wasserassel gehört zu den häufigsten Kleintieren in der Ruhr. Sie ist 8-12 Millimeter lang, graubraun oder leicht violett und besitzt sieben Beinpaare. Da die Wasserassel starke organische Verschmutzungen erträgt, dient sie als Kennzeichen für eine bestimmte Güteklasse des Wassers, das heißt, sie hilft zu beurteilen, wie stark das Gewässer mit organisch abbaubarem Material belastet ist.

Wasserasseln können gut schwimmen, mit Vorliebe kriechen sie allerdings unter Steinen in der Ruhr umher oder unter dort verrottenden Materialien, die ihnen zugleich als Nahrung dienen. Die wichtigsten Feinde der Asseln sind Strudelwürmer und Fische. Wo diese allerdings fehlen, kann es zu Massenentwicklungen von Asseln kommen. In der Ruhr kann das im Winter beobachtet werden.

Schnauzenschnecke

Die Langfühlerige Schnauzenschnecke atmet durch eine Vorderkieme und kann ihr Gehäuse mithilfe eines Deckels verschließen. Fällt das Gewässer, in dem die Schnecke lebt, trocken, hilft ihr dieser Deckel, die notwendige Körperfeuchtigkeit zu erhalten.

Das Gehäuse der Schnauzenschnecke ist kegelig-eiförmig, glatt und durchscheinend. Es wird 8-15 Millimeter hoch. In Europa gehört das Weichtier zu den häufigsten Wasserschnecken in Flüssen, Seen, Teichen und Gräben sowie im Brackwasser. Es lebt meist auf Steinen. Sein kurzer und breiter Fuß haftet gut am Untergrund, so dass es sich auch in unruhigem Wasser festhalten kann, etwa in der Strömung eines Flusses.

Auch in der Ruhr ist die Langfühlerige Schnauzenschnecke sehr häufig. Sie ernährt sich von kleinen organischen Resten im Wasser, dem Detritus. Ihre Eier legt sie in einem gallertartigen Strang auf Steinen oder Pflanzenteilen ab, die sie zuvor gereinigt hat. Das Tier verträgt auch organische Verunreinigungen des Wassers.

Schlammröhrenwurm

Schlammröhrenwürmer, auch Tubifex genannt, erreichen eine Länge von 15 bis 85 Millimetern und tragen gabelförmige Haarborsten auf dem Rücken. Durch Blutfarbstoff sind die Tiere rot oder rötlich-gelb gefärbt. Diese Farbe kennzeichnet häufig auch den Boden stark verunreinigter Gewässer, wo man die Würmer oft in großer Anzahl vorfindet. In der Ruhr leben sie allerdings nur selten.

Allgemein hat sich der Lebensraum der Schlammröhrenwürmer im Zuge von Gewässerverunreinigungen ausgedehnt. Ursprünglich waren sie nur in kleinen Gewässerabschnitten, beispielsweise um Tierleichen herum, zu finden. Die Würmer leben in senkrechten Schleimröhren im Schlamm stehender und langsam fließender Gewässer und ernähren sich auch vom Schlamm, beziehungsweise den organischen Tier- und Pflanzenresten darin, auch Detritus genannt. Ihr Hinterende ragt aus der Röhre heraus, wo es sich schwingend bewegt, um sauerstoffreiches Wasser heranzuführen. Bei Störungen ziehen sich die Würmer in ihre Röhren zurück.

 

Wasserfloh

Wasserflöhe werden nur 1-4 Millimeter groß, wobei die Weibchen größer sind als die Männchen. Je nachdem, welche Nahrung sie zu sich nehmen, sind sie grünlich, gelblich oder rötlich gefärbt oder auch durchsichtig.

In fast allen stehenden und langsam fließenden Gewässern weltweit, kann man Wasserflöhe finden, auch in solchen, die zeitweise austrocknen. An der Ruhr sind Wasserflöhe an den Altarmen des Flusses und in umliegenden Teichen sehr häufig. Die Tiere bewegen sich hüpfend durch das Schlagen ihrer Antennen fort. Ihre kleinen mit Härchen besetzten Brustbeine dienen ihnen zum Nahrungserwerb. Sie strecken sie vor und ziehen sie wieder ein und filtern so Algen und Bakterien aus dem Wasser.

Die Vermehrung von Wasserflöhen läuft meistens ohne Befruchtung durch ein Männchen ab. Bei der sogenannten Jungfernzeugung entstehen nur Weibchen, die in einer Brutkammer auf dem Rücken des Flohs getragen werden. Nur wenn ihre Umgebung unwirtlich wird – bei uns im Herbst – produzieren Wasserflöhe auch männliche Nachkommen. Diese Generation bringt dann befruchtete Eier hervor, die auch den winterlichen Frost überstehen können.

Mauersegler

Der Mauersegler hat dunkles Gefieder mit einem weißen Fleck an der Kehle und einen sehr kurzen, breiten Schnabel. Man erkennt ihn gut an seinem gegabelten Schwanz und den langen, gebogenen Flügeln. In Städten und Ballungsräumen wie an der Ruhr findet man den Vogel häufig. Er brütet auf höheren Steinbauten, Kirchen und Burgen, Hafen- und Industrieanlagen.

An der Ruhr brütet der Mauersegler von April bis Oktober. Dabei sind die Vögel gesellig und leben zumeist in Kolonien. Sein Winterquartier schlägt der Langstreckenzieher in Äquatorial- und Südafrika auf. Mauersegler sind sehr gute Flieger, die für ihren Flug auch die Luftbewegungen ausnutzen. Auf der Nahrungssuche, bei der sie Insekten aus der Luft schnappen, können die Vögel Strecken von mehreren Kilometern zurücklegen. Außerhalb der Brutzeit befinden sich die Tiere vermutlich sogar wochenlang ununterbrochen in der Luft.

Wasseramsel

Die Wasseramsel ist der einzige Singvogel, der im Wasser laufen, schwimmen und sogar tauchen kann. Unter Wasser verschließt sie die Nasenlöcher mit einer beweglichen Membran. Der Vogel bevorzugt schnell fließende, gut durchlüftete Gewässer und ist vor allem in Gebirgs- und Mittelgebirgslandschaften zu finden. An der Ruhr kommt er am Ober- und Mittellauf des Flusses vor.

Wasseramseln haben einen rundlichen, gedrungenen Körper und einen kurzen Schwanz. Sie sind etwa 18-21 cm groß und am Kopf und Hals bräunlich gefärbt, während Kehle und Brust weiß sind. Auf Nahrungssuche stehen die Tiere häufig auf umspülten Steinen direkt im Wasser. Sie fressen Insektenlarven genauso wie Fischeier, Flusskrebse, Asseln und Weichtiere.

Ihre Nester, deren Eingänge direkt über dem Wasser liegen, bauen die Singvögel aus Moos, Gras und Blättern. Hat sich eine Wasseramsel einmal einen Nistplatz ausgesucht, bleibt sie diesem meist treu. Manchmal werden Nistgelegenheiten über mehrere Jahrzehnte von Amseln genutzt.

Eisvogel

Eisvögel werden etwa 17 cm lang und haben einen langen, dolchförmigen Schnabel. Man erkennt sie auf ihrem niedrigen, geraden Flug, bei dem sie häufig und hoch pfeifen. Auffällig ist auch ihr Gefieder. Die Vögel haben eine glänzende, metallisch-blaue und smaragdgrüne Oberseite. Die Kehle der Eisvögel dagegen ist weiß, Wangen und Unterseite sind rostbraun. Indem die Tiere aus dem Flug ins Wasser stoßen, machen sie Jagd auf kleine Fische und Wasserinsekten.

Der Eisvogel kommt in Mittel- und Südeuropa vor. An der Ruhr ist er häufiger geworden, bleibt hier aber dennoch ein seltenes Tier. Auch den Winter über bleibt er am Fluss. Fällt dieser Winter hart aus, überleben ihn 80-90 Prozent der Tiere nicht. Sind die klimatischen Verhältnisse allerdings günstig, können Eisvögel 15 Jahre alt werden.

Eisvögel lieben klare Flüsse, Bäche und Seen. Sie leben an natürlichen Steilwänden am Ufer mit sandigem und lehmigem Untergrund. Als in der Vergangenheit die Ruhr reguliert wurde, gingen viele solcher Brutplätze für die Vögel verloren. Manche davon sind inzwischen zurückgewonnen, doch bleibt die Population der Vögel in der Ruhraue durch die Zahl der zur Brut geeigneten Steilufer noch immer begrenzt. Ein Eisvogel benötigt eine vier bis fünf Kilometer lange Bach- oder Flusstrecke als Revier, in dem er keine anderen Eisvögel duldet.

Rund um den Baldeneysee – Ein Marathon am Ufer

Foto: Peter van der Sluijs.

Keuchend, mit Laub unter seinen Füßen kam Bruno Nießer ans Ziel. Zwei Stunden und vierzig Minuten lang war er im frühen Herbst das baumgesäumte Ruhrufer entlanggelaufen, um nun vor den Zuschauern die Arme in die Höhe zu reißen: Erster von 50 Läufern. Das war 1963, beim ersten Marathon rund um den Baldeneysee.

Noch heute machen sich in jedem Herbst viele Menschen auf, an dem Spektakel teilzunehmen, Tausende inzwischen allein als Läufer. Der Essener Marathon unterscheidet sich dabei allerdings von anderen: Auch wenn er in einer Großstadt ausgetragen wird, ist er doch kein wirklicher City-Lauf. Denn die Strecke führt die Läufer nicht durch die Innenstadt, sondern zweimal um den Ruhrstausee herum. Genauer gesagt „Rund um den Baldeneysee“, wie der heutige Titel des Sportereignisses verrät. Auf ihrem Lauf passieren die Sportler Laubwälder genauso wie Denkmäler der Industriekultur, etwa die Papiermühlenschleuse in Werden oder einige Zeit später die Zeche Carl Funke am Nordufer des Sees. Sie lassen das historische Landgut Haus Scheppen links liegen und laufen parallel zur alten Zechenstrecke der Hespertalbahn, die inzwischen als Museumsbahn betrieben wird. Nachdem sie eine ehemalige Eisenbahnbrücke aus der Hochzeit des Tagebaus überquert haben, zu deren Füßen heute Ausflugslokale liegen und die die Stadtteile Kupferdreh und Heisingen über die Ruhr hinweg miteinander verbindet, hören sie das Zwitschern und Krächzen. Zu ihrer Linken liegt ein Naturschutzgebiet voller Wasservögel, die Heisinger Ruhraue.

Nicht zuletzt kommen die Langstreckenläufer an den Vereinsgeländen mehrerer Sportvereine vorbei. Denn Laufsport ist nicht die einzige Sportart, die am Baldeneysee so ausgiebig betrieben wird. Tennis- und Golfspieler, Ruderer, Segler, Kanu-Polospieler – sie alle haben hier am Wasser ihr Quartier aufgeschlagen. Nur die Schwimmer sind nicht dabei. Allerdings sind die Essener Ehrenamtlichen auch auf diesem Gebiet angagiert, um das offizielle Baden im See wieder möglich zu machen. In der IG Baden in der Ruhr habe sie sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen.

Das Vereinsleben ist rege am See und es ist auch prägend für den Langstreckenlauf, der an jedem zweiten Sonntag im Oktober an seinem Ufer stattfindet. Der Marathon, bereits seit über 50 Jahren organisiert vom Verein Tusem, wird noch immer mit ehrenamtlichem Engagemant durchgeführt, auch wenn es mittlerweile einen großen Sponsor gibt. Seine schöne Streckenführung zwischen Wasser und Wald, die Industriedenkmäler zu beiden Seiten des Sees, aber auch die gemäßigten Temperaturen, die das Laufen im Frühherbst angenehm machen und das flache Geländeprofil machen den Essener Marathon zu einem allseits beliebten Lauf. Viele Zuschauer strömen dann aus der Stadt ins Grüne, um die Sportler anzufeuern. Auch in diesem Herbst, wenn am Sonntag, den 11. Oktober um 10 Uhr morgens der Startschuss ertönt, dürfte das wieder so sein. Zwei Stunden später fiebert dann das Publikum unterhalb der Villa Hügel, in der früher die Industriebarone herrschten, bereits dem Zieleinlauf entgegen. In unmittelbarer Nähe schaut ein treppenförmiges Gebäude dem Geschehen zu, der Regattaturm. Einige der vielen Uhren auf seinem Dach gehen rückwärts und verweisen zurück nach 1963, wo Bruno Nießer gerade die Ziellinie überschreitet. Hier wo die Zeit für jeden in seinem eigenen Tempo vergeht, mal erholend langsam, mal sportlich schnell, hält die Stoppuhr gleich die Zeit des neuen Siegers fest.

 

Wasserkraft

 

Wasserkraftwerk in Niederense

Heute ist Wasserkraft weltweit die am intensivsten genutzte der erneuerbaren Energien. Erneuerbar deshalb, weil bei dieser Art der Stromgewinnung im Prinzip keine Rohstoffe verbraucht werden. Durch den Kreislauf des Wassers aus Verdunstung und Niederschlag steht es als Energiequelle immer wieder zur Verfügung.

Potentielle Energie steckt im Wasser oberhalb des Meeresspiegels überall. Wo es ein Gefälle gibt, kann diese Energie genutzt werden – die Bewegung des Wassers treibt dann mechanische Geräte wie beispielsweise Laufräder an. Lässt man das Wasser durch Turbinen strömen, werden diese in Bewegung gebracht. Mithilfe von Generatoren kann solche mechanische Bewegungsenergie dann in elektrischen Strom umgewandelt werden.

Wie gut sich die Kraft des Wassers zur Energiegewinnung nutzen lässt, hängt von den landschaftlichen Voraussetzungen vor Ort ab. So ist neben Höhenunterschieden etwa die regionale Niederschlagsmenge dafür von Bedeutung. Mit dem Niederschlag ändert sich der Wasserstand eines Flusses und damit auch seine Nutzbarkeit zur Energiegewinnung. Trocknet ein Fluss im Sommer aus, kann er auch keine Laufräder oder Turbinen mehr antreiben. An Wasserkraftanlagen setzt man daher Staustufen ein, die einen ausreichenden Wasserstand aufrechterhalten. Zugleich können solche Wasserreservoire als Trinkwasserspeicher genutzt werden. An den Stauseen der Ruhr wird so mithilfe des Wassers elektrischer Strom erzeugt.

Ein Vorteil der Wasserkraft gegenüber anderen Arten der Energiegewinnung ist ihr hoher Wirkungsgrad, das heißt, dass ein großer Teil der Energie auch tatsächlich verlustfrei genutzt werden kann. Außerdem zeichnet sich die Wasserkraft durch gute Speicherbarkeit aus – wird das Wasser gestaut, kann es im Bedarfsfall kurzfristig zur Stromproduktion genutzt werden. Nicht zuletzt ist die Wasserkraft verglichen mit der Verbrennung fossiler Energieträger arm an Abfallprodukten wie Kohlendioxid oder radioaktiven Abfällen.

Auch mit der Wasserkraft sind jedoch ökologische Schwierigkeiten verbunden. Durch den Neubau eines Wasserkraftwerks beziehungsweise eines dazugehörigen Staubeckens in einem Fluss, wird dessen Wasserhaushalt verändert. Das hat etwa Auswirkungen auf Temperatur und Sauerstoffkonzentration des Wassers sowie auf den Nährstofftransport in Flüssen. Das Bauwerk selbst stellt für die Tiere in einem Fluss ein Hindernis dar, das ihre natürlichen Wanderwege blockiert.

Um solchen negativen Folgen entgegenzusteuern, können Ausgleichsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört der Bau von Fischtreppen, die den Tieren ermöglichen, am Kraftwerk vorbei zu wandern. Auch eine möglichst naturnahe Gestaltung der Staubereiche kann die ökologischen Folgen abmildern, ebenso Turbinen, die das Wasser wieder mit Sauerstoff anreichern.

Ein Eingriff in die Flusslandschaft bleibt der Bau eines Wasserkraftwerks dennoch. Insbesondere bei Großprojekten kann das mit erheblichen ökologischen und sozialen Problemen verbunden sein. Ein Beispiel hierfür ist der Dreischluchtenstaudamm in China. Auf der anderen Seite können Stauseen, die der Wasserkraft dienen, auch zum Hochwasserschutz beitragen, weil sie den Wasserstand regulieren helfen. Die Aufgabe der Wasserkraft bleibt, einen sinnvollen Kompromiss zu suchen zwischen dem Bedürfnis Energie zu gewinnen und dem Schutz der natürlichen Gewässer.

Ozonierung

Ozonierung auf der Kläranlagen Schwerte

Die sogenannte Ozonierung ist eine Methode zur Abwasserbehandlung, die im Projekt Sichere Ruhr erforscht wird. Sie hilft, das Wasser von unerwünschten Stoffen zu befreien, insbesondere von den organischen wie Keimen. Auch die Zerlegung von Medikamentenrückständen und Metallen im Wasser ist mit diesem Verfahren prinzipiell möglich. Darüber hinaus kann die Ozonierung Farben und Gerüche des Wassers entfernen.

Der Name des Verfahrens sagt es bereits: Die gesundheitsschädlichen Stoffe im Abwasser werden bei dieser Form der Reinigung mithilfe des Gases Ozon bekämpft. Ozon ist ein sehr reaktionsfreudiges Gas, das aus drei Sauerstoffatomen besteht. Da es instabil ist, wird es erst vor Ort erzeugt. Für das Projekt Sichere Ruhr geschieht dies in einer Kläranlage in Essen. Dabei benutzt man anspruchsvolle technische Geräte, die mit elektrischen Entladungen arbeiten.

Das Abwasser wird bei der Ozonierung durch eine Reaktionssäule geleitet, in die auch das Ozon eingetragen wird. In der Säule reagiert das Ozon mit den Inhaltsstoffen des Wassers. Das Gas greift dabei die unerwünschten Keime an und spaltet deren Verbindungen. Während die Bakterien und Viren abgetötet werden, wird das Ozon zu Sauerstoff. Man spricht dabei auch von einer Oxidation. Überschüssiges Ozon wird am oberen Ende der Säule gesammelt, wo es ebenfalls zu Sauerstoff reagiert und wieder an die Umgebungsluft abgegeben wird.

UV-Bestrahlung

UV-Bestrahlung auf der Kläranlage Warstein

Die UV-Bestrahlung, also Bestrahlung mit ultraviolettem Licht, ist eine Technik zur Desinfektion von Abwasser. Es kann damit von Kleinstlebewesen, speziell Krankheitserregern befreit werden.

Zu diesem Zweck fließt das Wasser durch ein Gerinne, in das Lampen eingetaucht werden. Die Lampen bestrahlen hier das Wasser mit Licht einer bestimmten Wellenlänge. Dieses energiereiche, ultraviolette Licht vertragen die Viren und Bakterien schlecht. Es wirkt auf ihr Erbgut und sie werden unfruchtbar. Sie können sich so nicht weiter vermehren und verlieren ihre gesundheitsschädigende Wirkung.

Je länger das Abwasser im Gerinne bleibt, desto länger werden auch die Erreger der Bestrahlung ausgesetzt und desto gründlicher werden sie bekämpft. Im Projekt Sichere Ruhr wurde die UV-Bestrahlung bei der Abwasserreinigung im Klärwerk Essen-Süd mit Erfolg getestet. Auch an anderen Flüssen, beispielsweise der Isar, wird die UV-Bestrahlung angewandt, um das Wasser von Keimen zu befreien.

Wie funktioniert eine Schleuse?

Schleuse in Essen-Kettwig

Schleusen sind Bauwerke, die dazu dienen, dass Wasserfahrzeuge unterschiedliche Wasserstände zwischen zwei Gewässerteilen überwinden können. Mit ihrer Hilfe kann ein Schiff, das auf einem Fluss oder Kanal unterwegs ist, angehoben oder abgesenkt werden, bis es das gewünschte Wasserniveau erreicht.

Bei Fließgewässern sind dafür normalerweise keine Pumpen erforderlich. Nachdem ein Schiff in die Schleusenkammer eingefahren ist, fließt das Wasser von dort ab ins Unterwasser – wie man den niedriger gelegenen Flussteil nennt. Sobald das Schiff dann auf den Wasserstand des Unterwassers abgesenkt wurde, wird das Schleusentor geöffnet und das Schiff kann seine Fahrt fortsetzen. Im umgekehrten Fall, also wenn das Wasserfahrzeug angehoben werden soll, lässt man der Schleusenkammer Wasser aus dem höher gelegenen Gewässerteil zufließen, solange bis das Schiff auf dessen Höhe angelangt ist. Hier ist die Funktionsweise einer Schleuse in Form einer Grafik veranschaulicht.

An der Ruhr haben Schleusen eine lange Geschichte. Schon im 18. Jahrhundert wurden eine ganze Reihe von ihnen angelegt, um den sogenannten Ruhraaken, die auf dem Fluss Kohle transportierten, die Fahrt zu ermöglichen. Zwar hat der Kohletransport auf dem Fluss seine Hochphase lange hinter sich, doch Schleusen spielen an der Ruhr immer noch eine wichtige Rolle für die Nutzung des Flusses als Wasserstraße. So verbindet beispielsweise der Ruhrschifffahrtskanal den Mülheimer mit dem Duisburger Hafen. Hier hebt und senkt die Ruhrschleuse circa 9.000 Schiffe im Jahr. Gemeinsam mit der Schleuse im Rhein-Herne-Kanal hilft sie den Wasserfahrzeugen damit, das rund zehn Meter betragende Gefälle zwischen den beiden Städten an der Ruhr zu überwinden.

Pressemitteilungen

Im Folgenden stehen Ihnen die Pressemitteilungen des Projekts Sichere Ruhr zur Verfügung. Bei weiteren Fragen zum Projekt wenden Sie sich gerne an:

Ruhrverband
Abteilung Unternehmenskommunikation
Markus Rüdel
E-Mail: mrl@ruhrverband.de
Tel.: 0201/178-1161
Fax: 0201/178-1105

Pressemitteilung zu den Zwischenergebnissen

Hintergrundinformation zu den Zwischenergebnissen

Pressemitteilung zum Workshop Baden im Baldeneysee

Pressemitteilung zum Projektstart

Amerikanischer Flusskrebs

Der bis zu zehn Zentimeter große, Amerikanische Flusskrebs (lateinisch Orconectes limosus) lebt vor allem in stehenden und fließenden Gewässern. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, breitete er sich im 20. Jahrhundert in Deutschland schnell aus. Als Überträger der Krebspest rottete er die einheimischen Krebse nahezu aus. Er selbst ist jedoch immun gegen diese Krankheit. In der Ruhr und den angrenzenden Gewässern findet man den Amerikanischen Flusskrebs häufig.

Ernähren sich die Jungtiere noch weitestgehend pflanzlich, fressen dagegen ausgewachsene Flusskrebse Würmer, Insektenlarven, Schnecken, Muscheln, Kleinfische, Kaulquappen und sogar Aas.

Die Begattung erfolgt im September, die Eiablage erst im April bis Mai. Das Weibchen trägt maximal 200 Eier unter dem Hinterleib. Nach fünf bis acht Wochen schlüpfen die Jungtiere, die dann bis zur zweiten Häutung von der Mutter herumgetragen werden.

Die tag- und nachtaktiven Flusskrebse verteidigen ihr Revier sehr aggressiv. Die Scheren und Beine des Gegners werden einfach abgekniffen.

Quelle: Haus Ruhrnatur

Krankheitserreger

Natürliche Gewässer wirken durch ihre Kühle besonders an heißen Tagen verführerisch und laden dazu ein, ein erfrischendes Bad zu nehmen – manchmal mit unerwarteten Folgen.

Die Wasserqualität natürlicher Gewässer ist nicht mit der von Schwimmbädern zu vergleichen, da Wetter- und Strömungsverhältnisse für eine schwankende Wasserqualität sorgen. Ist die Wasserqualität durch diverse Einflüsse zeitweise stark beeinträchtigt, kommen unter Anderem zahlreiche Krankheitserreger fäkalen Ursprungs im Wasser vor. Die meisten Erreger überleben nur eine kurze Zeit, da ihnen die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse fehlt. Jedoch können diese Krankheitserreger in direkter Folge auf eine Verschmutzung – in Abhängigkeit von ihrer jeweiligen Konzentration – für  Einzelerkrankungen oder gar Epidemien sorgen. Besonders nach Starkregen und Gewittern sollte daher das Baden in natürlichen Gewässern vermieden werden, denn bei Starkregen fließt Wasser aus verschiedenen Quellen des Umlandes ungeklärt in den Fluss. Exkremente und Düngemittel, Träger von Bakterien, Viren, Parasiten und Keimen, gelangen so ungefiltert in den Fluss und sorgen für erhebliche Beeinträchtigungen der Wasserqualität.

Doch welche Krankheiten werden über das Wasser übertragen?

Zu den durch Wasser übertragbaren Infektionskrankheiten gehören bakterielle Infektionen, die durch die im Darm vorkommenden Bakterien wie beispielsweise Escherichia coli, intestinale Enterokokken und Clostridium perfringens ausgelöst werden. Die meisten Stämme dieser Bakterien sind nicht humanpathogen, also für den Menschen nicht krankheitserregend, sondern harmlos. Jedoch können auch pathogene Stämme im Wasser vorkommen, die – zum Teil lebensbedrohliche – Infektionskrankheiten auslösen können. Zu diesen bakteriellen Infektionen gehören Harnwegsinfektionen, Durchfallerkrankungen, Chronische Darmentzündungen (Morbus Chrohn und Colitis ulcerosa), Blutvergiftungen (Sepsis), Hirnhautentzündungen (Neonatale und Clostridiale Meningitis), Gasbrand oder auch Herzinnenhautentzündungen (Endokarditis).

Menschen mit geschwächtem Immunsystem, so zum Beispiel ältere Menschen und Kinder, müssen mit besonderer Vorsicht in natürlichen Gewässern baden, denn für sie können auch die Umweltkeime Pseudomonas und Aeromonas schwerwiegende Folgen haben. Diese können ebenfalls Erreger möglicher Wundinfektionen und von Magen-Darm-Erkrankungen sein.

Neben Bakterien lassen sich teilweise auch Viren in natürlichen Gewässern nachweisen. Adeno-, Polyoma-, Rota-, Noro- und Enteroviren sind pathogene, krankmachende Viren, die ebenfalls Erreger für verschiedene Krankheiten sein können. So vor allem für Erkrankungen der Atem- und Harnwege, Nieren- und Durchfallerkrankungen. Enteroviren können darüber hinaus auch  für zahlreiche – auch schwerwiegende – Erkrankungen verantwortlich sein, wie beispielsweise die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Kinderlähmung, Leberentzündung (Hepatitis), Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis) und Lähmungen (Paralysen).

Durch die in natürlichen Gewässern vorkommende Parasiten Cryptosporidium parvum und Giardia lamblia werden ebenfalls Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ausgelöst, so zum Beispiel die Lamblienruhr (Giardiasis). Diese Parasiten zählen in Deutschland zu den Haupterregern für Magen-Darm-Infektionen nach dem Baden in natürlichen Gewässern, aber auch in Schwimmbädern. Jedoch kommt es hier ebenfalls auf das Vorkommen und die Konzentration der enthaltenen Parasiten an.

Ebenfalls durch Parasiten verursacht wird die Badedermatitis, eine weitestgehend harmlose aber stark juckende Hautinfektion. Hierfür verantwortlich sind Vogelschistosomen, Parasiten, die durch Vogelausscheidungen ins Wasser gelangen. Im Wasser dringen die im Kot enthaltenen Larven in Schnecken ein, in denen weitere freischwimmende Larvenstadien, die  Zerkarien, heranreifen. Sind diese ausgewachsen, verlassen sie den Zwischenwirt, die Schnecke, um in den Endwirt die Ente einzudringen. Bei der Suche nach einem finalen Wirt können diese Zerkarien versehentlich auch in die menschliche Haut eindringen. Hier können sie sich nicht weiter vermehren und sterben ab. Die Folge der Infektion ist der juckende, ansonsten aber harmlose, Hautauschlag, die Badedermatitis.

Das Projekt Sichere Ruhr untersucht das Ruhrwasser hinsichtlich dieser Krankheitserreger, um ein mögliches Erkrankungsrisiko beim Baden in der Ruhr zukünftig einschätzen zu können.

Bislang ist das Baden in der Ruhr unter Anderem wegen des Risikos möglicher Infektionen verboten. Jedoch prüft das Projekt Sichere Ruhr inwiefern dieses Risiko tatsächlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegeben ist, denn die Wasserqualität der Ruhr hat sich über die Jahrzehnte stets verbessert. Hierzu werden an verschiedenen Stellen der Ruhr Messungen durchgeführt und Werte erhoben. Diese dienen dazu eine umfangreiche und aussagekräftige Risikobewertung der Ruhr machen zu können und daraus am Ende der Projektlaufzeit eine Empfehlung für oder gegen das Badeverbot aussprechen zu können.

Bislang lässt sich bereits festhalten, dass drei Tage nach Starkregen und Gewittern auf keinen Fall in natürlichen Gewässern mit Kläranlageneinleitungen – so auch in der Ruhr – gebadet werden sollte, denn das Vorkommen von Krankheitserregern bakterieller, viraler und parasitärer Art ist nach solchen Ereignissen definitiv gegeben. Auch bei guten Wasserbedingungen können die genannten Erreger vereinzelt vorkommen, jedoch bedeutet das reine Vorkommen von Krankheitserregern im Wasser noch keine sichere Ansteckungsgefahr, also auch keine zwangsläufige Folge an den genannten Infektionen zu erkranken. Das gute Immunsystem vieler Badender, sowie eine geringe Anzahl der Erreger, führen tatsächlich nur in sehr seltenen Fällen zu Erkrankungen nach dem Baden in natürlichen Gewässern.

Die Ruhr im Verlauf

Ruhrquelle

 

Im Naturpark Rothaargebirge, drei Kilometer nordöstlich von Winterberg, liegt der Ruhrkopf, Hier entspringt die Ruhr auf 674 Meter Höhe über Normalnull. Oberhalb der Quelle verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide. Die hier entsprungenen Bäche münden nicht wie die Ruhr im Rhein, sondern durch Orke, Eder und Fulda in der Weser.

Mit Ausnahme der ersten zwanzig Kilometer, fließt die Ruhr  weitestgehend in Ost-West-Richtung und wird dabei beidseitig von den Gebirgszügen des Rheinischen Schiefergebirges begrenzt.

Im Hochsauerlandkreis fließt die Ruhr zunächst an Olsberg, Bestwig und

Meschede vorbei in Richtung Arnsberg. Hierbei wird sie von zahlreichen kleinen Gebirgsflüssen gespeist. Hille, Neger, Gierskoppbach, Henne und Wenne fließen noch vor Arnsberg in den Fluss.

Bei Wickede knickt die Ruhr dann nach Westen ab und fließt von dort vorbei an Fröndenberg, Menden, Holzwickede, Iserlohn und Schwerte. In diesem Verlauf fließen Möhne, Henne und Baarbach in die Ruhr. Zudem überwindet sie hier bereits den größten Höhenunterschied und fließt bei Schwerte nur noch auf einer Höhe von 123 Metern über Normalnull.

Von Schwerte aus fließt die Ruhr weiter vorbei an den südlichen Stadtteilen Dortmunds, den begehrtesten Wohnlagen der Ruhrgebietsmetropole und der Hohensyburg, die oberhalb der Ruhr liegt. Am gegenüberliegenden Ufer bei Hagen münden die Lenne, der größte Nebenfluss der Ruhr, und die Volme in die Ruhr. Kurz danach passiert die Ruhr die ersten zwei Ruhrstauseen den Hengsteysee und den Harkortsee bei Herdecke. Am rechten Ufer des Harkortsees liegt die Stadt Wetter; etwas weiter flussabwärts die Stadt Witten, zwei ehemalige Industriezentren des Ruhrgebietes.

Die Ausläufer des Ardeygebirges sorgen für einen markanten Bogen im Ruhrverlauf und kündigen das südliche Ruhrgebiet an. Bevor die Ruhr bei Bochum durch den Kemnader Stausee fließt, einen weiteren Ruhrstausee, der vom Ruhrverband betrieben wird, mündet der Oelbach in der Ruhr.

Von Bochum-Dahlhausen bis nach Essen-Steele geht die Flussrichtung gen Westen, ehe sie dann wieder südwestwärts um Essen-Überruhr durch den Baldeneysee strömt, wo der Dalbach  die Ruhr speist. Nachdem sie Essen-Werden hinter sich lässt, fließt sie nach dem Kettwiger Stausee nach Nordwesten um bei Mülheim an der Ruhr das Niederrheinische Tiefland zu erreichen. Hier ändert sie erneut die Fließrichtung nach Westen. Beim Zentrum von Mülheim an der Ruhr mündet der Rumbach

Ruhrmündung bei Duisburg-Kaßlerfeld

als letzter Nebenfluss im Ruhrverlauf in die Ruhr.

Bevor die Ruhr Duisburg erreicht, passiert sie die Südgrenze von Oberhausen.

Bei Duisburg-Ruhrort mündet die Ruhr auf 20,2 Metern über Normalnull in den Rhein.

Gefahren beim Baden in natürlichen Gewässern

Das Baden in natürlichen Gewässern birgt stets ein Risiko. Doch natürliche Gewässer sind nicht alle gleich risikoreich. Die Rahmenbedingungen für das Baden in Flüssen und Seen sind neben der Wasserqualität auch Strömungsverhältnisse, Wellengang und Sog. Diese können nicht verallgemeinert werden, sondern weichen in großem Maße voneinander ab.

Im Vergleich zum Baden in Seen ist das Risiko beim Baden in Flüssen und Kanälen deutlich höher – jährlich ertrinken hier die meisten Menschen. Möchte man ein sicheres Bad im Fluss genießen, sollten folgende Regeln eingehalten werden:

  1. Gehen Sie niemals an Wasserbauwerken und Buhnen schwimmen! Diese Wasserbauwerke verhindern, dass das Wasser im Fließgewässer gleichmäßig fließt. Stattdessen kommt es hier schnell zu Verwirbelungen, die auch geübte Schwimmer überraschen können und für Panik sorgen.
  2. Springen Sie nicht von Brücken in einen Fluss! Die Wassertiefe ist hierbei nicht einsehbar und kann leicht überschätzt werden. Die Folgen können bis hin zu lebensbedrohlichen Verletzungen reichen.
  3. Gehen Sie nicht schwimmen, wenn Schiffe unterwegs sind! Vorbeifahrende Schiffe sorgen für einen erhöhten Wellengang, starken Sog und unvorhersehbare Strömungen. Dies kann plötzlich zu einem erhöhten Wasserpegel am Ufer sorgen und damit dort spielende Kinder in Gefahr bringen.
  4. Schwimmen Sie niemals gegen die Strömung an, sondern lassen Sie sich stets von dieser mittreiben! Die Strömung ist oft stärker als gedacht, weshalb auch geübte Schwimmer ihr Können teilweise überschätzen.
  5. Beachten Sie Badeverbote! Badeverbote sind meist aus Gründen der Sicherheit ausgesprochen worden. Gefahren durch Wasserbauwerke, Einleitungen und Strömungen soll so vorgebeugt werden. Darüber hinaus sind Flora und Fauna in Natur- und Wasserschutzgebieten nicht zu beeinträchtigen – Hier gilt ebenfalls ein ausdrückliches Badeverbot.

Für das Baden in Seen gelten ebenfalls besondere Regeln, die es im Sinne der Sicherheit einzuhalten gilt:

  1. Schwimmen Sie nicht zu weit raus! Besonders tiefe Seen haben unterschiedliche Temperaturschichten. Wenn man besonders weit herausschwimmt oder taucht kann der Temperaturwechsel von dem warmen Oberflächenwasser und dem tiefen Wasser so erheblich sein, dass ein Kälteschock mit Herzversagen drohen kann.
  2. Achtung beim Baden in Baggerseen! Bei Baggerseen handelt es sich um ehemalige Kiesgruben oder Steinbrüche. Die bis zu 30 Meter in die Tiefe reichenden Baggerseen haben oft steil abfallende Ufer. Außerdem können die Uferanschüttungen abrutschen. Bleiben Sie also in den beschilderten Badezonen.
  3. Vorsicht vor Wasserpflanzen! In stehenden Gewässern gibt es oft Wasserpflanzen mit langen Auswüchsen. Bleibt man hier einmal hängen, muss Ruhe bewahrt werden.

Sollte jemand anderes in Gefahr geraten, wählen Sie schnell die 112. Gehen Sie selbst nur ins Wasser, wenn Sie sich hierdurch selbst nicht in Gefahr bringen. Eigenschutz geht vor!

Generell gilt: Erst denken, dann schwimmen. Die Informationsbeschaffung über ein mögliches Badegewässer sollte immer vorab geschehen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG) und die Deutsche Wasserwacht (DRK) kennen die Gefahren, die von einem natürlichen Gewässer ausgehen und können daher bestens Auskunft geben. Fragen Sie einfach in der Ortsgruppe nach.

Weitere Informationen zum Schwimmen in öffentlichen und natürlichen Gewässern, finden Sie auf der Internetpräsenz der DLRG und der DRK.

 

Was ist Mischwasserbehandlung?

Regenüberlaufbecken

Verregnete Sommer, nasse Winter – doch wohin mit dem ganzen Wasser? Bei schlechtem Wetter fließen Regenwasser und Schmutzwasser gemeinsam in die Kanalisation. Die dabei entstehenden Wassermengen überschreiten die Mengen, die bei gutem Wetter kanalisiert werden um ein Vielfaches. An geeignet Stellen wurden aus diesem Grund im Kanalnetz Regenentlastungs- und Niederschlagswasserbehandlungsanlagen angeordnet. So werden die Kläranlagen in ihren Reinigungsleistungen nicht eingeschränkt.

Regenüberlauf- oder Regenrückhaltebecken und Stauraumkanäle speichern die eingeleiteten Abwässer nach Starkregen zwischen und führen sie verzögert in die Kanalisation zurück und damit in die Kläranlagen. Bei extremen Niederschlägen über einen längeren Zeitraum können die Mengen wegen voller Speicher nicht zwischengespeichert werden. Dann kann ein Teil ungefiltert in den Fluss gelangen und damit schlechten Einfluss auf die Wasserqualität nehmen, ein Ereignis, das früher ständig geschah. Bevor die Regenrückhaltebecken als Lösung für Starkregenereignisse entwickelt wurden, leitete man das Mischwasser nach Regengüssen stets direkt in den Fluss. Neben Industrieabwässern war dies ebenfalls ein Grund für den schlechten Zustand der Oberflächengewässer. Durch die fortschreitende Entwicklung der Abwassertechnik konnte hier Abhilfe geschaffen werden. Heute gelangt nur noch in seltenen Ausnahmefällen ungefiltertes Wasser in die Flüsse.